Autor: Nathalia Schmidt

  • Bei einer Probe von »Brahms/Balanchine«

    Bei einer Probe von »Brahms/Balanchine«

    Zwei Klassen der Erika Klütz Schule für Tanzpädagogik besuchten in dieser Woche Bühnenproben zur Premiere des Ballettabends »Brahms/Balanchine«. Geprobt wurde der erste Teil des Abends, Balanchines Choreografie »Liebeslieder Walzer«. Für unseren Blog haben Lucia und Linn ihre Eindrücke aufgeschrieben.

    Am Donnerstag hatten wir als Schülerinnen und Schüler der Erika Klütz Schule das Glück, bei einer Bühnenprobe des Hamburg Ballett in der Hamburgischen Staatsoper zugucken zu dürfen. Geprobt wurde der erste Teil aus dem Ballettabend »Brahms/Balanchine«, der aus zwei Choreografien George Balanchines besteht und zur Musik von Johannes Brahms am kommenden Sonntag erstmalig in Hamburg aufgeführt wird.

    Als wir den großen, leeren Saal der Staatsoper betraten, hatte die Probe noch nicht begonnen. Bühnentechniker in Turnschuhen und schwarzen Jeans liefen über die Bühne, das Bühnenbild wurde gerade aufgebaut und auch der schwarze Behang der Bühnenwand war noch nicht heruntergelassen. Man konnte deshalb tief in die Bühne hineingucken, deren hinterer Teil aussah wie ein Baumarktlager mit vielen Brettern, Eisenstangen und sogar kleinen Fahrzeugen.

    Auch kam es mir komisch vor, dass Menschen in Straßenkleidung einfach auf der Bühne herumstanden, sich unterhielten und herumliefen, ohne sich dabei dem Zuschauerraum zuzuwenden. Denn eine Bühne, vor allem die einer Oper, hatte ich bisher nur als öffentlichen, besonderen Ort gesehen, auf der es keinen Raum für Alltägliches, Uneinstudiertes und Beilläufiges gibt.

    Es war toll, Edvin Revazov, den ich schon zwei Mal auf der Bühne tanzen gesehen habe, zuzusehen, wie er sich ganz privat am Bühnenrand aufwärmt. Eine Pianistin spielt sich ein, dann kommt ein zweiter Pianist dazu und sie spielen gemeinsam, vollkommen synchron, hören jedoch auch gleich wieder auf. Plötzlich kommt eine Ballerina in ungebundenen Spitzenschuhen, deren Bänder lose auf dem Boden schleifen, über die Bühne gelaufen. Immer mehr bekannte Ballettgesichter tauchen auf wie zum Beispiel Carsten Jung. Auch zwei Sängerinnen und zwei Sänger, ebenfalls in privater Kleidung, stellen sich auf, der Vorhang schließt und öffnet sich, die Probe beginnt.

    Silvia Azzoni und Alexandre Riabko proben ihr Pas des deux © Kiran West

    Auf einmal sind die Tänzerinnen und Tänzer nicht mehr privat, sondern tanzen auf der Bühne so, als ginge es dabei nicht um das Einstudieren eines Stückes in Abstimmung mit der musikalischen Begleitung, sondern als wäre dies nun schon die eigentliche Aufführung. Sie wirken vollkommen eingenommen von ihrem Tanz und Schauspiel, drücken Freude, Leid oder Ernsthaftigkeit durch ihre Mimik aus und nichts an ihren Bewegungen und ihrem Ausdruck verrät, dass sie »lediglich« bei einer Probe sind. Dennoch brechen Tanz, Musik und Schauspiel manchmal nach mehreren Minuten oder schon nach einigen Sekunden schlagartig ab, wenn die Stimme eines Ballettmeisters auf Englisch, verstärkt durch ein Mikrofon, unterbricht und Korrekturen gibt.

    Bei den meisten Korrekturen ging es um die Abstimmung der musikalischen Begleitung auf den Tanz und umgekehrt. Besonders Sänger und Pianisten wurden oft unterbrochen und mussten sich in ihrem Tempo der Choreografie anpassen. Die Konzentration, Professionalität und die Genauigkeit aller Teilnehmer der Probe, bei der ich für 90 Minuten zuschauen durfte, hat mich besonders beeindruckt. Nach genau 90 Minuten wurde die Probe schlagartig beendet, der Vorhang fiel ohne Beifall und alle Beteiligten gingen geschäftig davon, um zur nächsten Tagesordnung überzugehen. Als wäre der eben gezeigte Tanz, Gesang und die Musik, die mich alle so beeindruckt haben, etwas ganz Selbstverständliches.

    Bericht vom 6. Dezember 2018 von Lucia, Schülerin der 2. Ausbildungsklasse der Erika Klütz Schule, staatlich anerkannte Berufsfachschule für Tanzpädagogik.

    Sara Ezzell und Matias Oberlin feilen an ihrem Pas de deux © Kiran West

    Als wir am Donnerstag den 1. Rang der Staatsoper betraten, fiel mir als erstes die Größe der Bühne auf. Bei vorigen Besuchen der Oper habe ich nie hinter die Kulissen sehen können, aber nun sah ich, dass die Bühne zweimal so groß ist als nur der Teil, den man als Zuschauer sieht. Überall liefen Bühnenarbeiter herum und bauten das Bühnenbild auf, welches aus drei großen Flügeltüren und ein paar kleinen Sofas und gepolsterten Stühlen bestand. Während noch an der Aufhängung der Türen getüftelt wurde, betrat der erste Tänzer die Bühne und machte sich warm. Er führte an einem Seitenteil der Bühne ein schnelles Exercise durch. Dabei sah er sehr entspannt aus und machte alles in Ruhe. Als das Bühnenbild gerade stand, huschte die erste Tänzerin in Trainingskleidung über die Bühne. Die Pianistin und der Pianist sowie das Gesangsquartett fanden sich am Flügel zusammen. Nun schien alles bereit und nachdem alle Beteiligten ein gemeinsames Foto machten, ging es los.

    Die Ballettmeister zogen sich in das Parkett zurück, um die Probe gut inspizieren zu können. Die Tänzerinnen zogen sich schnell ihre Röcke an und die Sänger zückten ihre Noten. Der Vorhand ging zu und ich sah noch schnell die Tänzer auf ihre Positionen schreiten. Die Musik begann, der Vorhang ging auf und die Tänzer tanzten Wienerwalzer. Sofort kam man sich vor wie bei einer echten Aufführung. Mir fiel auf, dass die Tänzer und Tänzerinnen in der ersten Hälfte nicht in Ballettschläppchen und Spitzenschuhen tanzten, sondern in Absatzschuhen, was ich sehr ungewohnt fand. Obwohl Kostüme und die richtige Beleuchtung fehlten, war man wie verzaubert und konnte nur noch die schwungvollen, eleganten Bewegungen der Tanzpaare ansehen. Ich war durch das simple Bühnenbild und die Musik sofort in einen edlen Ballsaal aus einer anderen Zeit versetzt.

    Silvia Azzoni trägt besondere Absatzschuhe, sie probt mit Alexandre Riabko © Kiran West

    Insgesamt waren es acht Tänzerinnen und Tänzer, also vier Paare. Die Tänzer tanzten abwechselnd alle zusammen, zu zweit, zu dritt und seltener zu viert. Ich unterscheide sie im Folgenden anhand der Farbe der Trikots und Röcke der Damen: Es gab das Paar mit der Tänzerin im grünlichen Rock. Dieses Paar fiel mir von Anfang an am meisten auf, da der Tänzer so jung aussah und die Tänzerin eine melancholische Rolle darzustellen schien. Bei ihrer Art zu tanzen musste ich an russische Folklore aus unserem Unterricht denken, weil die Tänzerin so traurig und melancholisch wirkte. Mir kam in den Kopf, dass sie ihren Rollenpartner vielleicht mag, ihn aber nicht wirklich liebt. Oder dass sie sich zu ihm hingezogen fühlt, aber nicht mit ihm zusammen sein darf. Er war sehr zuvorkommend und lieb, doch sie wies ihn hin und wieder ab. Am Ende ihres ersten Pas de deux kniet er vor ihr nieder und sie legt ihm die Hand zärtlich aufs Haar. Diese Bewegung ist mir besonders aufgefallen und hat in mir wieder das Gefühl ausgelöst, dass dieses Paar noch jung ist und miteinander sehr vorsichtig umgeht.

    Teil des nächsten Paars war eine Tänzerin im pinken Rock. Sie wirkte sehr selbstbewusst, genau wie ihr Partner, doch hatte ich das Gefühl, dass sie ein wenig kess mit ihm spielte, weil sie oft wegging und sich von ihm bitten ließ, als wäre sie eine kleine Prinzessin. Er war sich dessen bewusst, konnte ihr aber nicht widerstehen. Sie war auch die erste Tänzerin, die mit zwei Männern tanzte und dem anderen Mann hinterher guckte, dann aber doch mit ihrem Partner ging. Meiner Meinung nach hatten sie im zweiten Teil eines der schönsten und zärtlichsten Pas de deux des Stücks.

    Die Tänzerin des dritten Paars trug ein violettes Oberteil, sie und ihr Partner tanzten innig, aber ausgelassener. Sie tanzten wie frisch verliebt. Im Laufe des Stücks hatten sie einen Streit wie mir schien, weil sie jeweils kurz alleine getanzt haben, als hätten sie ein Wortgefecht. Am Ende des Liedes rannte sie ohne ihn von der Bühne, als ob sie verletzt wäre. Bei diesem letzten Paar war auffällig, dass beide temperamentvoll waren und sie mir reifer vorkamen. Sie tanzten manchmal auch ungefasst oder alleine, doch fand ich das sehr harmonisch und trotzdem beieinander. Sie vertrauten sich und spielten trotzdem ein wenig miteinander. Auch als die Tänzerin mit zwei Männern tanzet, hatte ich das Gefühl, dass er ihr vertraute, nicht so wie der Partner der Dame im pinken Rock.

    Patricia Friza und Carsten Jung bei einer Probe von »Liebeslieder Walzer« © Kiran West

    Mir gefiel an der Probe, dass man einmal sehen konnte, wie die Bühne ohne Bühnenbild aussieht und wie schnell die Tänzer bei einer Unterbrechung durch die Regie aus- und genauso schnell wieder in die Rolle wechselten. Das Stück hatte zwar keine offensichtliche Handlung, doch war die Choreografie so raffiniert, dass sehr schöne Bilder und Linien zu sehen waren, besonders als alle acht Tänzer zusammen tanzten. Auch ohne Handlung waren viele Gefühle durch große Sprünge sowie kleine Gesten, Blicke und Neigungen des Kopfes zu erkennen.
    Ich habe hier berichtet, was ich persönlich gesehen und gefühlt habe beim Zuschauen, und möchte mich im Namen der Schüler für diese Gelegenheit bedanken, bei den Profis zugucken zu können.

    Bericht vom 6. Dezember 2018 von Linn, Schülerin der 2. Ausbildungsklasse der Erika Klütz Schule, staatlich anerkannte Berufsfachschule für Tanzpädagogik. Hier geht es zum Bericht des zweiten Probenbesuchs.

  • Fräcke für Balanchine

    Fräcke für Balanchine

    Im ersten Teil des Blogs zur Premiere des Doppelabends »Brahms/Balanchine« drehte sich alles um die speziellen Tanzschuhe. Die Produktionsleiterin der Kostümabteilung Kirsten Fischer erzählte von der aufwendigen Suche nach dem richtigen Schuhmodell. Für die Ballette von George Balanchine gibt es neben den tollen Absatzschuhen aber auch wunderschöne Kostüme. Im zweiten Teil des Blogs erzählt Kirsten Fischer, welche Arbeit auf die Schneider der Kostümabteilung zugekommen ist und wie lange es dauert, bis ein Frack bühnentauglich ist.

    Der Kostümfundus des Hamburg Ballett und der Staatsoper Hamburg ist überwältigend. Im Lager der Werkstätten in Rothenburgsort und auch in der übersichtlicheren Schneiderei im Großen Haus am Gänsemarkt finden unzählige Kleider, Röcke und Anzüge ihren Platz. In der neuen Ballettpremiere »Brahms/Balanchine« sind die Kostüme durch die Originalinszenierung von George Balanchine vorgegeben. Sie wurden ursprünglich von den Designerinnen und Kostümbildnerinnen Karinska und Judanna Lynn kreiert. In solch einem Fall ist es üblich, dass Kostüme von anderen Häusern, die die Ballette im Repertoire haben, für die Dauer der Aufführungsserie ausgeliehen werden.

    Die historisch aussehenden Kleider für die Sängerinnen in »Liebeslieder Walzer« © Pressestelle

    Für »Liebeslieder Walzer«, den ersten Teil des Doppelabends, erhielt die Kostümabteilung die Kostüme des San Francisco Ballet. Im Idealfall können die Leihgaben für die Hamburg-Premiere übernommen und lediglich durch kleine Änderungen für die jeweiligen TänzerInnen und MusikerInnen angepasst werden. Für den ersten Part von »Liebeslieder Walzer« mussten nur zwei der Kleider nach Vorlage der Geliehenen ganz neu von den Schneiderinnen und Schneidern angefertigt werden. Im zweiten Teil der Choreografie tragen die Tänzerinnen mehrfarbige Tüllröcke. Die Kostüme aus San Francisco sind für unsere Tänzerinnen zu lang. Da man von den Leihgaben nicht einfach ein Stück abschneiden kann, hat sich das Team um Kirsten Fischer dafür entschieden, sie neu zu nähen. Die Oberteile werden jedoch übernommen.

    Anna Lauderes Rock ist fertig genäht und auch schon mit den Verzierungen der San Francisco Leihgaben versehen © Pressestelle

    In der Damenschneiderei sind die Mitarbeiterinnen fleißig zu Gange und erklären gerne, wie die Röcke gefertigt werden: Sie bestehen aus fünf verschiedenen Tülllagen, die jeweils in sich einen Farbverlauf haben. Durch die Überlappung der einzelnen Lagen ergibt sich ein romantisch-buntes Streifenmuster. Jeder der vier Röcke wird ganz individuell und anders aussehen. Ein bisschen erleichtert wird die Arbeit dann aber doch: Anstatt auch die angenähten Verzierungen komplett neu zu machen, werden sie von den Leihgaben vorsichtig abgetrennt und an den Hamburger Röcken angebracht. Kirsten Fischer erklärt: »Die Arbeit mit geliehenen Kostümen ist wirklich eine Herausforderung, da alle Änderungen dokumentiert werden müssen. Die Kostüme werden nach der Aufführungsserie nämlich wieder zurückgegeben und müssen dann wieder gleich aussehen und dieselbe Passform haben wie vor der Leihgabe.« 

    Für die männlichen Tänzer musste das gesamte Kostüm neu gefertigt werden. Das San Francisco Ballet hatte keine Herren-Kostüme mitgeschickt, da sie die Fräcke selbst vom New York City Ballet ausgeliehen hatten. Kein Wunder: Die Anfertigung der wunderschönen Kleidungsstücke ist sehr aufwendig! Diese Herausforderung haben die SchneiderInnen der Herrenschneiderei angenommen und gleich acht Tänzer- und vier Sängerfräcke in Handarbeit und maßgeschneidert angefertigt. »Das sind wunderschöne Fräcke, da ist man froh, wenn man sie danach im Fundus hat!«, schwärmt Kirsten Fischer. Und sie verspricht nicht zu viel: Im Produktionslager lassen sich die schönen Westen, Hosen und vor allem Jacken bereits bewundern.

    Maßgeschneiderte Fräcke für unsere Tänzer © Pressestelle

    Der Stoff für die Frack-typisch taillierten Jacken, mit den zwei Schwalbenschwänzen an der Rückseite, wurde nach dem Muster des Originals exklusiv für das Hamburg Ballett gewebt! Kirsten Fischer erklärt: »Es ist ein Rips in einer wirklich speziellen Farbe. Er ist dunkelblau, aber violett changierend.« Nach langer Recherche trat die Schneiderei der Hamburgischen Staatsoper mit einem deutschen Weber in Kontakt, der sich bereit erklärte, den Stoff nach dem Originalmuster anzufertigen.

    Einen Stoff von der Stange zu nehmen, kam für Kirsten Fischer nicht in Frage. Denn durch das nachträgliche Einfärben verliere er viel von seinem Charakter und würde bei weitem nicht originalgetreu aussehen. Dadurch, dass die Weberei in Deutschland ansässig ist, ging der Prozess trotz Spezialanfertigung schnell: Nach zwei Wochen Vorbereitung inklusive Korrespondenz mit dem Weber, stand der Stoff der Kostümabteilung in zehn Tagen zur Weiterverarbeitung zur Verfügung. »Das muss schnell gehen, denn so ein Frack ist ja auch ein aufwendiges Kleidungsstück!«, sagt Kirsten Fischer. 

    Wie aufwendig die Anfertigung ist, erfahren wir, als wir die Herrenschneiderei besuchen. Dort werden wir Zeuge, wie an den Fräcken gearbeitet wird. Eine Mitarbeiterin schlüsselt für uns die Herstellungsdauer auf: Ca. 35 Stunden und damit fast eine ganze Arbeitswoche benötigen die Profis aus der Schneiderei um einen Frack anzufertigen! Manche Nähte können mit der Maschine gemacht werden. Das sei vor allem für die tragenden Nähte wichtig, erklärt eine Schneiderin. Der Großteil wird aber in präzisester Handarbeit abgesteckt, umgenäht und zusammengefügt. 

    Die exklusiv gestalteten Fräcke, Röcke und Kleider können ab dem 9. Dezember 2018 auf der Bühne der Hamburgischen Staatsoper im Ballett-Doppelabend »Brahms/Balanchine« bewundert werden.

    Einer der Tüllröcke für »Liebeslieder Walzer« in der Anfertigung © Pressestelle
  • Die Suche nach dem richtigen Schuh

    Die Suche nach dem richtigen Schuh

    Am 9. Dezember feiert der Doppelabend »Brahms/Balanchine« mit dem Hamburg Ballett Premiere. Und wenn eine Premiere auf dem Spielplan steht, bedeutet das für alle beteiligten Abteilungen schon lange im Voraus viel Recherche und Vorbereitung. Welche Aufgaben und Schwierigkeiten bei der anstehenden Premiere der beiden Choreografien von George Balanchine auf die Kostümabteilung zukamen, wollten wir von Produktionsleiterin Kirsten Fischer wissen. In diesem ersten Teil des Blogs erzählt sie uns von der aufwendigen Suche nach den richtigen Tanzschuhen und welche Rolle die Erste Solistin des Hamburg Ballett Silvia Azzoni dabei spielte.
    Das Spitzenschuhlager © Kiran West

    Über 3500 Spitzenschuhe sind im Spitzenschuhlager des Ballettzentrums jederzeit vorrätig. Auch verschiedene Schläppchen für Damen und Herren lagern dort und in den Räumen der Staatsoper. Doch in der Balanchine-Choreografie »Liebeslieder Walzer«, die in der nächsten Woche zum ersten Mal auf der Bühne der Hamburgischen Staatsoper zu sehen ist, tragen die Tänzerinnen und Tänzer zum Teil spezielle Tanzschuhe mit Absätzen, die bisher nicht im Kostümfundus zu finden waren. Dabei handelt es sich nicht um die im Gesellschaftstanz üblichen Schuhe, sondern um besondere, extra für das Ballett entwickelte Modelle: »Die Männer benötigen schwarze Lackschuhe, die allerdings weicher und flexibler gearbeitet sind als gewöhnliche Tanzschuhe«, erklärt Kirsten Fischer. Das passende Modell für die Männer war schnell gefunden und musste für den reibungslosen Gebrauch auf der Bühne nur leicht von den Schuhmachern der Staatsoper modifiziert werden.

    Der Weg zum richtigen Tanzschuh der Damen war dagegen fast schon Detektivarbeit, erzählt Kirsten Fischer: Ein rosafarbener Satinschuh mit kleinem Absatz ist in der Inszenierung vorgesehen. Als sich die Kostümabteilung nach den Vorgaben des Balanchine Trusts, der die Aufführungsrechte der Choreografien vergibt, auf die Suche machte, meldete sich Silvia Azzoni bei Kirsten Fischer. Sie hatte auf einem Foto von »Liebeslieder Walzer« des New York City Ballet die befreundete Tänzerin Ashley Bouder erkannt, die die Tanzschuhe trug.

    »Silvia war wirklich eine große Hilfe bei der Suche nach den richtigen Schuhen«, sagt Kirsten Fischer. Sie rief ihre Freundin an, um sich nach dem in New York verwendeten Schuh zu erkundigen. Ashley Bouder schickte ihr daraufhin Fotos der Schuhe sowie den Namen der Herstellerfirma. Als die Kostümabteilung den Hersteller kontaktierte, stellte sich jedoch schnell heraus, dass die Lieferzeit dieser Schuhe zu lang für die verfügbare Zeit bis zur Premiere in Hamburg gewesen wäre. Die Tänzerinnen brauchen schließlich bereits vor der ersten Aufführung genügend Zeit in den Proben, um die Schuhe auszuprobieren und sich an sie zu gewöhnen.

    Der Originalschuh aus New York © Ashely Bouder

    Ein anderer Schuh musste also gefunden werden. Zusammen mit der Kostümabteilung machte sich Silvia Azzoni auf die Suche. In Anlehnung an das Modell aus New York fanden sie schließlich verschiedene ähnliche Schuhe in einem Tanzgeschäft in Hamburg und nahmen sie in die Proben mit, damit die Tänzerinnen sie anprobieren konnten. Die Wahl fiel schließlich auf einen Schuh aus Italien, der allerdings noch etwas zu steif für die Bewegungen der Choreografie war. »Die sogenannte ‚Zunge‘ im Fußbett des Schuhs musste gekürzt und biegsamer gemacht werden, damit die Tänzerinnen den Fuß vollständig strecken können«, erläutert Kirsten Fischer. Außerdem sollte der Satin eine hellere Farbe bekommen. In Italien fertigte die Firma zunächst einen veränderten Prototyp für Silvia Azzoni an und schickte ihn zur Anprobe. Als alle Änderungen perfekt waren, produzierte die Firma die restlichen benötigten Schuhe für die Tänzerinnen.

    Vor wenigen Tagen angekommen: Die extra angefertigten Tanzschuhe © Pressestelle

    Mehr als drei Monate hat die Suche insgesamt gedauert, seit vier Tagen sind die Schuhe nun bei den Proben im Einsatz und müssen sich bewähren. Wie lange die Modelle halten werden, kann Kirsten Fischer noch nicht absehen: »Aber zum Glück können wir jetzt, wo wir den richtigen Schuh gefunden haben, auch schnell nachbestellen. Anders als bei vielen Spitzenschuhmodellen, die lange Lieferzeiten haben, wären die neuen Tanzschuhe nun in einer Woche bei uns.«
    Auch wenn die Kostümabteilung die Schuhe für die männlichen Tänzer schnell fand, sorgte ein anderer Teil des Herrenkostüms für aufwendige Recherche und stundenlange Handarbeit. Um was es geht, erfahren Sie im zweiten Teil des Blogs mit Kirsten Fischer.

    Kirsten Fischer © Kiran West

    Frieda Fielers

  • 40 Jahre »Die Kameliendame«

    40 Jahre »Die Kameliendame«

    Am 16. Oktober 2018 war der Intendant und Chefchoreograf des Hamburg Ballett John Neumeier gemeinsam mit Kommunikationschef Dr. Jörn Rieckhoff erstmals zu Gast in der Elbphilharmonie. Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums des Balletts sprachen sie gemeinsam mit Moderatorin Nina Amon über die Entstehung und Hintergründe des Ballettfilms »Die Kameliendame«. Über diese erste Kooperation freute sich auch der Generalintendant der Elbphilharmonie Christoph Lieben-Seutter, der es sich nicht nehmen ließ John Neumeier, Jörn Rieckhoff und alle Zuschauenden persönlich zu begrüßen und in der Elbphilharmonie willkommen zu heißen.

    1978 wurde John Neumeiers Erfolgsballett mit Marcia Haydée in der Titelrolle in Stuttgart uraufgeführt. Vor 40 Jahren begann damit die Geschichte eines Balletts, das bis heute von Compagnien auf der ganzen Welt einstudiert und aufgeführt wird. Mit Frédéric Chopins Musik schuf John Neumeier eine Bühnenadaption von Alexandre Dumas d.J. Roman, die das Publikum seit beinahe einem halben Jahrhundert begeistert.

    John Neumeier selbst erzählte am Dienstag im Kaistudio 1 der Elbphilharmonie: »Die Kameliendame ist von mir als Ballett konzipiert, aber schon immer als Film gedacht worden.« Acht Jahre nach der Uraufführung setzte er diesen Plan in die Tat um und zeigte die Weltpremiere seines Ballettfilms »Die Kameliendame« im September 1987 beim Hamburger Filmfest. Obwohl die Technik streikte und die Vorführung alles andere als geplant ablief, waren die Zuschauenden begeistert. Im Filmgespräch mit Jörn Rieckhoff, moderiert von Nina Amon, verrät John Neumeier den anwesenden Zuschauerinnen und Zuschauern: »Alles, was Sie heute Abend hören, hat bisher keiner gehört.«

    Nina Amon, Dr. Jörn Rieckhoff und John Neumeier im Kaistudio 1 © Kiran West

    In der Vorbereitung der Kreation des Balletts erwies sich die Musikauswahl als schwieriges Thema. Schnell stellte John Neumeier fest, dass ihm die Übernahme von Verdis Musik zu »La Traviata« nicht genug wäre. »Wenn ich diese Musik zu einem reinen Orchesterstück mache und damit die Stimme, die Sprache wegfällt, dann ist das nicht mehr vollkommen, dann fehlt ein Großteil der Wirkung«. John Neumeier stand damals unter großem Zeitdruck, denn die Uraufführung sollte bereits Monate später stattfinden. Schlussendlich entschied er sich für Frédéric Chopin. »Seine Musik war zur Zeit der Kameliendame salonfähig. Zu ihr konnte man sich unterhalten und essen«. Gleichzeitig liege darin eine Tiefe, die vielleicht aus Chopins Wissen über seine unheilbare Krankheit rührt. Diese Verschmelzung von Leichtigkeit und Melancholie und die damit verbundene Vielschichtigkeit mache diese Musik zum Spiegel der Figur der Marguerite.

    Zu seinem Film sagt er: »Es handelt sich dabei nicht nur um eine Aufnahme des Balletts auf der Bühne, sondern wurde wie ein Spielfilm gedreht.« So sei auch das Filmset extra für die Verfilmung gebaut worden und keine Bühnenkulissen übernommen worden. Schon die Bühnenfassung zeichnete sich durch gleichsam »filmische« Wechsel der Zeitebenen aus. Bei der Konzeption der Filmfassung war es John Neumeier wichtig, diese Eigenart mit filmtypischen Mitteln wie Rück- oder Überblenden weiterzuführen.

    Sein Ballett entwickelte John Neumeier über die Jahre immer weiter, veränderte von sich aus und in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Tänzerinnen und Tänzern einzelne Elemente oder interpretierte die Figuren für sich weiter. Jede Einstudierung wird damit schon alleine durch die verschiedenen Darstellerinnen und Darsteller zu einem neuen Erlebnis, auch für den Choreografen. Am Ende verrät er: »Wenn ich den Film jetzt wieder sehe, möchte ich eigentlich auch darin Dinge anders machen.« Dass das nicht mehr geht, macht vielleicht gerade den Reiz des Ballettfilms als solchen aus. Das muss auch John Neumeier mit einem Schmunzeln akzeptieren.

    »Die Kameliendame« von John Neumeier auf der Bühne mit Alina Cojocaru und Alexandr Trusch © Kiran West

    Das Filmgespräch zu »Die Kameliendame« präsentierte sich den Zuschauenden als interessante Perspektiverweiterung der bevorstehenden Aufführung von Verdis »La Traviata« unter Teodor Currentzis, die am kommenden Wochenende in der Elbphilharmonie stattfindet. Nichtsdestotrotz macht der Abend mit eindrucksvollen Filmausschnitten und all den Hintergrundinformationen definitiv Lust, sich den Film (erneut) anzusehen. Ein schöner Auftakt auch mit Aussicht auf den Spielplan des Hamburg Ballett im November: John Neumeiers Bühnenfassung »Die Kameliendame« ist mit einer Vorstellungsreihe von fünf Terminen im Repertoire. Die Compagnie des Hamburg Ballett tanzt in unterschiedlichen Besetzungen mit der Ersten Solistin Anna Laudere oder Gastsolistin Alina Cojocaru in der Titelrolle das Ballett mit 40-jähriger Erfolgsgeschichte!

    Lisa Zillessen

  • Vladimir Kocić zu »Anna Karenina« auf Reisen

    Vladimir Kocić zu »Anna Karenina« auf Reisen

    Das erste Gastspiel des Balletts »Anna Karenina« hat die bühnentechnischen Mitarbeiter vor einige Herausforderungen gestellt. Im Kurzinterview erzählt der technische Produktionsleiter des Hamburg Ballett, Vladimir Kocić, wie man ein Ballett auf eine andere Bühne bringt und warum Klebeband dabei eine wichtige Rolle spielt.

    Vladimir, Freitagbend wurde »Anna Karenina« zum ersten Mal in Baden-Baden aufgeführt. Wie geht die technische Abteilung an das erste Gastspiel eines Balletts heran?

    Vladimir Kocić: Man überlegt natürlich bereits bevor das Gastspiel anbricht, was die neue Bühnensituation für das Stück bedeutet. In Baden-Baden sind wir bereits seit 20 Jahren zu Gast – wir kennen die Bühne dementsprechend gut und wissen, was auf uns zukommt. Für mich beginnt die eigentliche Arbeit aber erst, wenn man vor Ort ist und seine Ideen in die Tat umsetzt. Was hier anders ist als in Hamburg: Die Bühne des Festspielhauses hat ein etwas breiteres Portal und nur eine Seite, die für die ›Verwandlung‹, also für den Wechsel von Bühnenbild und größeren Requisiten, genutzt werden kann. Die andere Seite ist so schmal, dass dort nur die Tänzer auf- und abgehen können. Alle Abläufe wie z.B. der Wechsel des Bühnenbilds, müssen an diese andere Bühnensituation angepasst werden.

    »Anna Karenina« verlangt nach absoluter Präzision und Disziplin. Es gibt so viele Verwandlungen des Bühnenbilds, die nahtlos funktionieren müssen. Doch, wenn man gut plant, probt und mit so tollen, engagierten Leuten, wie wir sie haben, zusammenarbeitet, lässt sich alles umsetzen. Wir überlegen ja im Vorhinein nicht, welches Stück sich in Baden-Baden gut aufbauen und zeigen lassen könnte, und fällen so die Entscheidung. Im Vordergrund steht immer die künstlerische Wahl: Welches Stück möchte das Hamburg Ballett mit nach Baden-Baden bringen? Und wir, die technischen Mitarbeiter, finden dann zusammen mit Herrn Neumeier Wege, dies möglich zu machen. Alles ist eine Frage der Vorbereitung und des Timings. Schwierig ist relativ – man muss flexibel sein.

    Ein Ballettschüler als ›House-Mover‹ und Emilie Mazoń © Kiran West

    In »Anna Karenina« bewegt sich auch das Bühnenbild auf der Bühne: Es gibt mobile Wände, die nach einer eigenen Choreografie von Schülern der Abschlussklassen unserer Ballettschule gedreht und verschoben werden. Was ist notwendig, damit diese Abläufe auf einer neuen Bühne reibungslos funktionieren?

    Klebeband! Wir helfen unseren sogenannten ›House-Movern‹ mit unterschiedlichen farblichen Markierungen am Boden. Die Markierungen zeigen den korrekten Stand der Wände in verschiedenen Szenen an – natürlich haben unsere Ballettschüler nach einigen Vorstelllungen schon ein Gespür für die richtigen Drehungen und korrekten Platzierungen bekommen. Die Markierungen sind eine zusätzliche Hilfestellung, falls im Eifer des Gefechts Verwirrung aufkommt. Dieses Mal sind außerdem einige Ballettschüler dabei, die zum ersten Mal als ›Mover‹ im Einsatz sind. Sie müssen erst einmal ein Gespür für die Beweglichkeit des Bühnenbildes bekommen; das üben wir in den Proben. Außerdem werden sie in Hamburg bereits unglaublich gut von ihrer Lehrerin Ann Drower darauf vorbereitet: Sie erklärt ihnen die Raumwege und benutzt Hilfsmittel wie Stangen oder Tische, um die Drehungen zu erläutern.

    Alte und neue Markierungen für »Anna Karenina« © Pressestelle

    Wie haben sich die Markierungen für die Vorstellungen in Baden-Baden verändert?

    Zuerst orientiert man sich an den ursprünglichen Markierungen aus den Hamburg-Vorstellungen und prüft dann, was sich aufgrund der anderen Bühnenmaße verändern muss. Die Bühnengassen, das Seitenlicht, die Wände etc. geben uns Orientierung. Für jedes Requisit, das platziert wird, gibt es auch eine Markierung am Boden: Ob es die Stühle sind, die Treppe im Haus von Anna Karenina, der lange Tisch im zweiten Akt… da kommt einiges zusammen. Allein für die Platzierungen der beweglichen Wände gibt es ca. 28 unterschiedliche Markierungen! Das ist schon ein eigenständiges Zeichensystem. Und um das auf die neue Bühne zu übertragen, haben wir sechs Stunden lang geklebt. Dann beginnen die Proben, in denen sich wiederum viel verändern kann. Herr Neumeier arbeitet in Baden-Baden oft an seinen Stücken, auch damit sie auf der etwas größeren Bühne richtig zur Geltung kommen. Wir sind jederzeit auf Änderungen eingestellt: Notieren, übertragen, weitermachen. Bis am Ende alles stimmig ist.

    Die Bühne mit Markierungen von oben © Kiran West

    Frieda Fielers

  • Ein Zug für Anna Karenina

    Ein Zug für Anna Karenina

    In Baden-Baden findet an diesem Wochenende das erste Gastspiel von John Neumeiers Ballett »Anna Karenina« statt. Mit aus Hamburg angereist ist dafür neben Bühnenbild, Kostümen und Schwingboden auch ein ganz besonderes Requisit: Der Modellzug, der während des Stücks am vorderen Bühnenrand entlangfährt. Nach der ersten Bühnenprobe erklärt Requisiteur Peter Schütte, woher die Eisenbahn kommt und wie sie auf der Bühne zum Fahren gebracht wird.

    Herr Schütte, was für ein Zug ist bei »Anna Karenina« im Einsatz?

    Peter Schütte: Die Eisenbahn aus »Anna Karenina« ist eine sogenannte ›Gartenbahn‹, die größte elektrische Modelleisenbahn. Unser Zug setzt sich allerdings aus unterschiedlichen Zugteilen mehrerer Hersteller zusammen. Wir haben uns das Angebot angeschaut, getestet und dann verschiedene Modelle für unseren Zug kombiniert: Schienen, Lok, Waggons – jeweils nur das Beste vom Besten sozusagen. Denn das ganze System soll natürlich so zuverlässig wie möglich fahren, sich nicht entkuppeln, nicht zwischendrin stehen bleiben oder entgleisen. Dafür müssen wir die Gleise jedes Mal besonders sorgfältig verlegen. Man kann schon sagen, dass der Zug eines der anspruchsvolleren Requisiten ist.

    Requisiteure Jürgen Tessmann und Peter Schütte bei der Einrichtung © Kiran West

    Wie viel Meter legt der Zug von einer Bühnenseite zur anderen zurück?

    Hier in Baden-Baden sind es schätzungsweise 25 bis 26 Meter. Die Schienen führen über die gesamte Portalbreite und ein paar Meter hinter die Kulissen. Weil das Bühnenportal in Baden-Baden etwas breiter ist als in Hamburg, ist die Strecke auch entsprechend länger. Auf jeder Bühnenseite sitzt während der Vorstellung ein Kollege der Requisite; man verständigt sich über Funk darüber, wann der Zug losfahren und wie schnell er fahren soll. Die Steuerung erfolgt über einen Trafo.

    Am Ende des Balletts verunglückt der Zug – wie wird dieser Effekt erzeugt?

    In der Mitte der Bühne gibt es eine Weiche. Die ist während der gesamten Zeit für eine gerade Fahrt eingestellt. Vor dem ›Unfall‹ stellen wir die Weiche auf Kurvenfahrt um. So fährt der Zug, wenn er die Weiche erreicht, nicht mehr auf die andere Bühnenseite zu, sondern macht eine kleine Drehung in Richtung der Szenerie. Dort fährt er auf einen kurzen verbogenen Gleisstumpf auf, der extra so präpariert ist, dass der Zug entgleist. Dazu kommt noch ein pyrotechnischer Effekt mit einem Knall, Funken und Rauch, den wir per Fernsteuerung auslösen.

    Der entgleiste Zug am Ende der Vorstellung © Kiran West

    Fährt während der Vorstellung eigentlich immer der gleiche Zug?

    Am Anfang hatten wir tatsächlich nur einen Zug im Einsatz, der nach jeder Fahrt von Hand auf den Schienen umgedreht werden musste, damit er wieder in die entgegengesetzte Richtung fahren konnte. Nun arbeiten wir mit drei Zügen parallel, was die Arbeit leichter macht. Die drei Züge sind übrigens alle schon im ersten Teil zu sehen. Sie werden aber weiterhin analog von uns gesteuert, digital programmiert ist dabei nichts – komplette Handarbeit also.

    Frieda Fielers

  • Tanzen ist spitze!

    Tanzen ist spitze!

    Wenn das Hamburg Ballett in Baden-Baden gastiert, steht jedes Mal auch ein besonderer Workshop für Kinder auf dem Programm. Unter dem Motto »Tanzen ist spitze« lädt die Kinder-Musik-Welt Toccarion im Festspielhaus junge Zuschauer dazu ein, gemeinsam mit Profitänzern die Welt des Balletts kennenzulernen.

    Tendu, Plié, Relevé: Spätestens nach dem eineinhalbstündigen Workshop sind diese Ausdrücke keine Fremdwörter mehr für die jungen Teilnehmerinnen, die sich am Dienstagnachmittag im Toccarion für den Ballett-Workshop versammelt haben. Die Tänzer Alexandr Trusch und Konstantin Tselikov führen zehn Mädchen im Alter von sieben bis zwölf Jahren spielerisch an typische Übungen des täglichen Balletttrainings und bekannte Bewegungen heran, erläutern Besonderheiten der Haltungen und erklären, was die französischen Begriffe bedeuten.

    Manche der Kinder nehmen bereits Ballettunterricht und erscheinen im Trikot, mit Schläppchen und Dutt. Andere haben keine Tanzerfahrung. Doch für alle heißt es am Anfang: Aufwärmen! Füße strecken und flexen, Beine und Arme heben, dehnen. Zwischendurch lockern Alexandr und Konstantin die Aufwärmphase mit rhythmischen Klatschübungen – und mit Witzeleien – auf. Weil die Profis zwar das Ballett und die Übungen, sich selbst aber nicht immer allzu ernst nehmen, ist das Eis schnell gebrochen. Die Kinder machen begeistert mit.

    Auf die Streckung kommt es an © Kiran West

    Dann geht es um die Balance: Im Sitzen werden die Beine wie ein »V« in die Luft gestreckt. »Haltet die Position – und jetzt schließt die Augen«, gibt Konstantin vor. Mit geschlossenen Augen den Kopf in dieser Haltung nach rechts und links zu drehen, ohne umzufallen, ist gar nicht so einfach, merken die Mädchen. Auch am Spagat dürfen sich alle einmal versuchen.

    Nach unterschiedlichen Übungen am Boden geht es dann an die Ballettstangen. Alexandr und Konstantin machen die Bewegungen vor, die aufmerksamen Kinderaugen verfolgen jeden Schritt: Wie stehen die Füße in der fünften Position, wohin zeigen die Knie im Plié? Gar nicht so einfach. Die beiden Tänzer korrigieren und geben Hilfestellungen, wenn es mal hakt – und wenn die Profis loben, steigt die Motivation der Nachwuchstänzer sofort.

    Die Nachwuchs-Ballerinen sind voll konzentriert © Kiran West

    Im Anschluss können sich die Kinder bei Übungen in der Mitte mit Sprüngen und sogar der Einstudierung einer kleinen Choreografie austoben. Dann neigt sich der Workshop schon dem Ende zu, die Zeit ist wie im Flug vergangen. Am Ende zeigen die beiden Tänzer noch eine kleine Szene aus dem Ballett »Bernstein Dances«. Sie werden mit viel Applaus und sogar Autogrammwünschen belohnt! Nach einem gemeinsamen Abschlussfoto geht es für Alexandr und Konstantin dann wieder in den Ballettsaal – denn auch als Profi lernt man nie aus.

    Wie ein Profi! © Kiran West

    Frieda Fielers

  • Sebastian Knauer zu Leonard Bernstein

    Sebastian Knauer zu Leonard Bernstein

    Auf Gastspiel in Baden-Baden: An diesem Wochenende tanzt das Hamburg Ballett John Neumeiers Ballettrevue »Bernstein Dances« im Festspielhaus. Den solistischen Klavierpart übernimmt der Pianist Sebastian Knauer, der schon bei der Uraufführung des Balletts mit dabei war und nun auch in der aktuellen Wiederaufnahme zu erleben ist. Für die Blogreihe hat er meine persönlichen drei Fragen beantwortet.

    Herr Knauer, am 14. Juni 1998 feierte John Neumeiers Ballettrevue »Bernstein Dances« ihre Uraufführung in der Hamburgischen Staatsoper. Sie selbst haben den Klavierpart übernommen. Wie haben Sie die Uraufführung erlebt und wie kam es überhaupt zu der Zusammenarbeit mit John Neumeier?

    Sebastian Knauer: Ich habe das Vergnügen gehabt, mit John Neumeier und der Compagnie noch vor dem Projekt »Bernstein Dances« zusammenzuarbeiten. Unser erstes gemeinsames Projekt war das Ballett »Kinderszenen« zu Musik von Robert Schumann. Zwischendurch habe ich auch einmal mit Kevin Haigen zusammengearbeitet, der ein Ballett zu Musik von Mendelssohn kreiert hat. Und dann kam in den 90er-Jahren die Anfrage, ob ich nicht Lust auf das Projekt »Bernstein Dances« hätte. Es war ein tolles Erlebnis! Es ist immer auch etwas ganz Besonderes, selbst mit auf der Bühne und Teil des Geschehens zu sein. Bei einem Ballett sitzt man als Pianist ja meistens im Graben. Da aber das Klavier in John Neumeiers Balletten immer wieder eine zentrale Rolle spielt, hatte ich die Ehre und das Vergnügen auf der Bühne tätig zu sein. Ich habe die Zusammenarbeit mit John Neumeier und dem gesamten Ensemble in bester Erinnerung. Genauso schön ist es jetzt nach 20 Jahren bei der Wiederaufnahme von »Bernstein Dances« wieder mit dabei sein zu dürfen.

    Dazwischen gab es aber immer mal wieder Aufführungen, in Hamburg, in New York, und sogar auch hier in Baden-Baden! Es ist schön zu sehen, dass diejenigen, die damals bei der Uraufführung Solotänzer in der Compagnie waren, jetzt hinter den Kulissen für das Hamburg Ballett arbeiten, als Ballettmeister zum Beispiel oder als Assistenz der Direktion. Jetzt sind es nur noch zwei, die auch bei der Wiederaufnahme des Balletts auf der Bühne stehen: Hélène Bouchet, die die weibliche Hauptrolle tanzt, und ich. Pianisten haben ja eine andere Halbwertszeit als Tänzer. Auch nach 20 Jahren war es für mich ein großes Vergnügen mit den Tänzerinnen und Tänzern auf der Bühne zu stehen. Ich bin sehr froh, dass die »Bernstein Dances« wieder gezeigt werden und habe es insgeheim gehofft – schließlich ist 2018 das Bernstein-Jahr und ich habe viele Konzerte mit Musik von Bernstein gespielt. Die Termine für die Vorstellungen der »Bernstein Dances« in Hamburg und Baden-Baden passten alle wie durch ein Wunder in meinen Kalender. Ich bin sehr glücklich darüber!

    Sebastian Knauer und Ensemble © Kiran West

    Leonard Bernstein wäre diesen August 100 Jahre alt geworden. Sie selbst haben mit mehreren Konzerten an den berühmten Künstler erinnert. Was ist es denn aus Ihrer Sicht, das Bernsteins Musik so besonders macht?

    Die Gesamterscheinung Leonard Bernsteins ist besonders. Er war zum einen ein phänomenaler Dirigent und Musiker. Nebenbei war er – ich als Pianist kann das gut beurteilen – ein sensationeller Klavierspieler. Er spielte das Klavierkonzert von Maurice Ravel ebenso wie Klavierwerke von Wolfgang Amadeus Mozart oder die »Rhapsody in Blue« von George Gershwin. Er konnte alles, und das mit einer unglaublichen Leichtigkeit, Professionalität, Ernsthaftigkeit und Genauigkeit. Zum anderen war er ein begnadeter Komponist. Da gibt es die berühmte »West Side Story« mit Melodien, die jedem bekannt sind.

    Da gibt es aber auch die Werke, die eher unbekannt sind. Zum Beispiel sein Klavierwerk: Leonard Bernstein hat 29 »Anniversaries« geschrieben. Fünf davon sind im Ballett »Bernstein Dances« zu hören. In dieser Saison habe ich die »Anniversaries« ein paar Mal komplett aufgeführt, zum einen allein, zum anderen gemeinsam mit Jamie Bernstein, der Tochter von Leonard Bernstein. Ich habe die Stücke gespielt und sie hat über das Leben ihres Vaters erzählt. Die »Anniversaries« tragen alle eine Widmung; es sind kleine musikalische Portraits, die Leonard Bernstein zum Geburtstag enger Freunde komponiert hat. Jamie Bernstein hat dem Publikum erklärt, wer diese Personen waren und hat dabei auch private Fotos gezeigt. Die »Anniversaries« klingen nicht wie die »West Side Story«, sie sind in sich gekehrter und viel persönlicher. Aber gerade das macht die Musik von Leonard Bernstein aus, diese Vielseitigkeit! Er schrieb Werke für den Broadway und das Musical, aber auch symphonische und instrumentale Musik. Die früheren Werke klingen teilweise sehr experimentell. Die Violinsonate zum Beispiel ist viel dissonanter im Klang, ganz anders als die »Anniversaries«. Ich habe auch einmal die zweite Sinfonie »The Age of Anxiety« gespielt, was übrigens auch Ballettmusik ist – ein extrem schweres Stück, aber es macht sehr viel Spaß! Ja, Leonard Bernstein war ein herausragender Dirigent, Komponist und Pianist …

    Wann wurde Ihnen klar, dass die Musik zu Ihrem Beruf wird?

    Angeblich habe ich bereits mit vier Jahren gesagt, dass ich Pianist werden will. Das war mein erster Aufruf an die Eltern und an meine Familie. Ich weiß nicht genau warum, aber ich soll als Säugling immer geschrien haben, wenn ich Musik hörte. Eigentlich gab es ja nur zwei Lösungen auf die Frage »Warum?«. Entweder ich hasste Musik oder ich liebte sie. Auf jeden Fall hatte mich Musik schon sehr früh angesprochen. Mittlerweile sitze ich schon über vier Jahrzehnte am Klavier. Ich habe das Glück, mein Hobby zum Beruf gemacht zu haben. Es ist ein harter Job, nicht immer nur Vergnügen. Zudem gibt es eine große Konkurrenz – man muss sich immer wieder unglaublich reinhängen, sich immer wieder neu erfinden und neue Ideen haben. Aber gerade das macht diesen Beruf so spannend: Jeden Tag warten neue Herausforderungen, die ich nicht missen möchte.

    Nathalia Schmidt

  • BallettTester »Bernstein Dances«

    BallettTester »Bernstein Dances«

    Vor der Wiederaufnahme von John Neumeiers Ballett »Bernstein Dances« durften drei junge BallettTester das Stück bereits vor allen anderen bei der Hauptprobe erleben. Wir freuen uns sehr, dass Jonna Lorenz, Yannick Klix und Janine Altmiks ihre Eindrücke und Erlebnisse mit uns teilen:

    Als ich gesehen hatte, das man als BallettTester eine Hauptprobe des Hamburg Ballett in der Staatsoper sehen kann, wollte ich unbedingt mitmachen. Ich habe selber schon seit fünf Jahren Ballettunterricht in Kiel, und es fasziniert mich immer wieder aufs Neue, die Ballettprofis auf der Bühne zu erleben. Nun durfte ich also das erste Mal in der Hamburgischen Staatsoper ein Ballett sehen: »Bernstein Dances«, eine Ballettrevue mit der Musik von Leonard Bernstein.

    Mir haben die Musik und natürlich auch die Choreografie sehr gut gefallen. Die Tänzer haben jede Emotion toll dargestellt, sodass man genau sehen konnte, was sie gerade fühlen. Die Musik und die Tänze waren sehr abwechslungsreich: von lustig und fröhlich bis spannend und dramatisch war alles dabei. Das in dem Stück auch Sänger mitwirkten, hat mich sehr überrascht. Die Sopranistin Dorothea Baumann und der Bariton Oedo Kuipers haben fantastisch gesungen. Die Kostüme waren relativ einfach und schlicht gehalten, dies passte jedoch sehr gut zu dem Stück. Dieser Abend war ein besonderes Erlebnis für mich.

    Jonna Lorenz, 12 Jahre

    Bernstein Dances © Kiran West

    Zum einhundertsten Geburtstag des wohl einzigartigen Dirigenten, Komponisten und Musikvermittlers Leonard Bernsteins nimmt das Hamburg Ballett seine »Bernstein Dances« wieder ins Programm. Bevor jedoch der erst 23-jährige Christopher Evans in der Rolle Bernsteins sein Debüt als jüngst beförderter Erster Solist geben kann, wird zwei Tage vor der großen Saisoneröffnung ein letztes Mal geprobt. Neben John Neumeier, der künstlerischen Leitung und uns drei BallettTestern haben noch einige Fotografen und ein paar Mitarbeiter Platz genommen, ansonsten ist der Saal der Staatsoper so gut wie leer.

    Neben dem Leben Bernsteins steht der Abend im Zeichen von Liebe und Erotik: Als niemand Geringeres als »Eros« persönlich greift Alexandr Trusch immer wieder in das Geschehen und Leben Bernsteins ein.

    Das Ballett beginnt mit der Ouvertüre zu »Candide«. Angekommen in New York kann Evans dem Vorwurf der Verschwendung von Zeit und Geld nur die eigene Überzeugung entgegenhalten, Talent zu besitzen. In der Metropole fällt es ihm zunächst schwer, Fuß zu fassen. Doch er soll recht behalten: Die Liebe und mit ihr die Musik sind es schließlich, die ihn ankommen lassen, wenngleich der Kontrast von einsamen Nächten am Klavier und der lauten Welt des Broadways bleibt.

    Bevor es schließlich zu Bernsteins berühmtesten Werk, der »West Side Story«, kommen kann und Tony seine Maria findet, sitzt Evans als Bernstein wieder einmal nachts alleine am Klavier und probiert vergebens, die richtigen Melodien zu finden. Erst mit Zigarette im Mund will es ihm gelingen. Es sind diese Bilder – Notenpapier, Zigaretten und Klavier – die das Ballett als Hommage an Bernstein prägen. So erstrahlen bereits zu Beginn des Balletts große Portraits, die den Musiker voller Freude und Energie beim Dirigieren zeigen. Von den beeindruckenden New-York-Fotografien des Bühnenbildes ganz zu schweigen.

    Bernstein Dances © Kiran West

    Die zweite Hälfte des Abends steht musikalisch ganz im Zeichen von der »Serenade nach Platons ›Symposium‹«, jenem Gastmahl, das die griechischen Philosophen zur Diskussion über den Eros bewegte, die ihren Höhepunkt in den jazzartigen Unterbrechungen des Alkibiades findet. Das Bühnenbild fällt wieder schlicht aus: In der rechten Ecke steht lediglich eine lange ungedeckte Tafel. Es ist aber gerade diese ästhetische Schlichtheit und vor allem die der von Giorgio Armani gestalteten Kostüme, die den Fokus auf Tänzer und Musik lenkt.

    Die zweite Hälfte gestaltet sich als Wechsel zwischen zwei Schauplätzen: Im hinteren Teil der Bühne findet eine kleine Party in einer New Yorker Wohnung statt, deren Türen sich immer dann öffnen, wenn Sebastian Knauer am Klavier das Themenmaterial der »Serenade« in den »Five Anniversaries«, jenen Geburtstagsständchen, die Bernstein für einige Freunde schrieb, vorstellt. Im vorderen Teil findet die Auseinandersetzung der Tänzer mit dem Eros statt, immer dann, wenn das Orchester die »Serenade« spielt.

    Den Tänzern gelingt es, den Spirit Bernsteins aufzugreifen, echte Emotionen zu transportieren und den Zuschauer zu berühren. Unterstützt werden sie dabei von dem starken Sängerduo aus Dorothea Baumann und Oedo Kuipers, das auf clevere Art und Weise Teil der Choreografie ist, und natürlich vom Staatsorchester unter der Leitung Garrett Keasts. Zu schade, dass man bei der Generalprobe nicht applaudieren kann.

    Wen die Musik und der Spirit Bernsteins begeistert, sollte sich das Ballett auf keinen Fall entgehen lassen. Weitere Vorstellungen (mit teilweise geänderter Besetzung) gibt es noch diese Woche, ermäßigte Restkarten sind nach Verfügbarkeit an der Abendkasse für alle Berechtigten unter 30 Jahren erhältlich.

    Yannick Klix, 21 Jahre

    Bernstein Dances © Kiran West

    Am 7. September besuchte ich als eine von drei BallettTestern die Hauptprobe von »Bernstein Dances«. Ich hatte zuvor noch keine Ballettvorstellung gesehen und wusste nicht, was mich erwarten würde. Normalerweise bin ich im Genre Musical zu Hause, war aber gespannt darauf, etwas Neues zu erleben.

    Im Gepäck ein Programmheft und eine Besetzungsliste, damit ging es in den Saal. Inmitten von Fotografen nahm ich Platz und hatte einen tollen Blick auf die Bühne. Ein bisschen aufgeregt war ich schon, das hat man nicht alle Tage.

    Licht aus, Vorhang auf! Einsetzen des Orchesters, minimalistisches Bühnenbild (Drei Fotos von Bernstein und ein Flügel auf der Bühne). »Impulsanter Start« waren die ersten beide Worte in meinem Notizbuch. Die Zeit verging wie im Flug, so sehr war ich darauf konzentriert, zu folgen. Nach 2 1/2 Stunden inklusive Pause hatte ich viele Eindrücke gesammelt. Ich gebe zu, beim Ballett hatte ich aufwendige Kostüme und Frisuren erwartet, ein bisschen wie beim Nussknacker (obwohl die Stücke überhaupt nicht vergleichbar sind). Doch ich wurde überrascht.

    Die TänzerInnen waren schlicht gekleidet, was für mich für das moderne Zeitlose steht. Mir gefiel die ausgewählte Musik sehr gut, teilweise gesungen von Dorothea Baumann und Oedo Kuipers (tolle Stimmen). Das Zusammenspiel mit Tanz und Schauspiel überzeugte mich dahingehend, dass ich auch ohne Dialoge verstanden habe, welche Stimmungen und Emotionen »erzählt« wurden. Biografische Aspekte, ohne dass der komplette Lebenslauf wiedergegeben wurde. Durch die abwechselnden Stimmungen wurden die facettenreichen Seiten des Künstlers dargestellt. Mir gefiel diese Art der Umsetzung sehr gut. Alles in Allem finde ich, dass die Revue gelungen ist.

    Janine Altmiks, 29 Jahre