Autor: Nathalia Schmidt

  • Steckbrief: Marià Huguet

    Steckbrief: Marià Huguet

    Im »Steckbrief« stellen sich unsere Tänzerinnen und Tänzer vor, hier kommt Marià Huguet.

    Name: Marià Huguet
    Geburtsdatum und –ort:
    18.05.1996 in Girona. Spanier.
    Engagement: Hamburg Ballett seit 2016, New English Ballet Theatre in 2015

    Lieblingsfarbe: Blau.
    Lieblingsfilm: »Good Will Hunting«
    Lieblingssong: Alles, was von Silvia Pérez Cruz gesungen wird.

    Wenn ich kein Tänzer wäre, wäre ich …
    Ich weiß nicht, was ich wäre, wenn ich kein Tänzer wäre, aber ich mag die Natur und Malen sehr gerne.

    Marià Huguet als Anna Kareninas Sohn Serjoscha in »Anna Karenina« © Kiran West

    Welche ist deine schönste Erinnerung mit dem Hamburg Ballett?
    Meine schönste Erinnerung mit dem Hamburg Ballett war die Kreation von »Anna Karenina« während meiner ersten Spielzeit.

    Marià Huguet bei einer Kreationsprobe zu »Ghost Light« © Kiran West

    Warum Ballett? Wer oder was hat dich zum Tanzen inspiriert?
    Der Tanz kam zufällig in mein Leben. Ich hatte Glück Maria Elvira Buck Gili, meine erste Lehrerin, zu treffen, die mir nicht nur Ballett beigebracht hat, sondern auch, wie wichtig harte Arbeit und Engagement sind. Ich bin der Meinung, dass diese Werte und die wiederkehrenden Herausforderungen dieser Kunstform das sind, warum ich weiterhin tanze.

    Dies oder Das …

    Comedy oder Drama?
    Definitiv beides.

    Bücher oder Filme?
    Bücher.

    Zuhören oder Sprechen?
    Ich bin der Meinung, dass es für alles den richtigen Moment gibt. Also beides.

    Früher Vogel oder Nachteule?
    Weder noch. Es gibt ein paar Stunden am Mittag, in denen ich vielleicht ein bisschen produktiv bin.

    Sommer oder Winter?
    Sommer.

    Berge oder Meer?
    Das Meer.

    Familie oder Freunde?
    Familie und Freunde, die zur Familie werden.

    Tee oder Kaffee?
    Kaffee.

    Kochen oder Bestellen?
    Kochen.

    Alster oder Elbe?
    Elbe.

    Lisa Zillessen

  • Abschied von Jean-Jacques Defago

    Abschied von Jean-Jacques Defago

    Manchmal beginnt ein Lebensweg nicht mit einem lauten Paukenschlag, sondern mit einem stillen Zufall. So war es bei Jean-Jacques Defago, der seit 1979 ein fester Bestandteil des Hamburg Ballett ist. Bis 2000 tanzte er in John Neumeiers Compagnie, seitdem ist er Mitarbeiter der Abteilung Kommunikation und ist bis heute verantwortlich für die Webseite und digitale Inhalte. Nun ist es Zeit, Abschied von ihm zu nehmen.

    Wie alles begann? Jean-Jacques war bereits 18 Jahre alt, als er durch einen Zufall erfuhr, dass es in seinem Geburtstort Monthey, einer Gemeinde im Kanton Wallis in der Schweiz, eine Ballettschule gab. Zwei Stunden Unterricht pro Woche – das war sein Einstieg in eine Welt, die bald sein Leben verändern sollte. Ein Jahr später, mit 19, besuchte er einen Sommerkurs in Cannes am Centre de Danse International von Rosella Hightower. Dort traf er auf die ehemalige Direktorin der Schule, Rosella Hightower, und dann nahm alles Fahrt auf. Sie trat auf ihn zu, beeindruckt von dem, was sie gesehen hatte. Und fragte ihn, auf welcher Ballettakademie er sei. Und er antwortete wahrheitsgemäß, dass er auf eine kleine Schule in einem Schweizer Dorf unterrichtet werde, nicht an einer renommierten Akademie. Als sie ihn fragte, ob er Tänzer werden wollte, zögerte er nicht lange – und sagte dann, ja, das wäre ein Traum, aber es sei unmöglich, wie solle er seinen Eltern sagen, dass er professionell tanzen möchte? Doch Rosella Hightower lächelte nur und sagte: »Sag nichts. Ich werde ihnen schreiben und deinen Eltern versichern, dass du eines Tages einen Job als Tänzer erhalten wirst.« Sie hielt Wort. Drei Wochen später packte er seine Sachen – und zog für drei Jahre zum Tanzstudium an die Ballettschule nach Cannes.

    Pas de deux-Klasse beim Centre de danse international Rosella Hightower (Cannes) / Jean-Jacques Defago und Mylène Rathfelder

    Nach seiner Ausbildung folgten zahlreiche Vortanzen: Genf, Zürich, Düsseldorf, München, Frankfurt – er hatte überall ein Angebot für ein Engagement. Und doch wartete er auf eine bestimmte Zusage: Hamburg. Damals war das Hamburg Ballett unter John Neumeier der Ort, an den alle wollten. Nur Hamburg ließ sich Zeit. 205 Bewerber*innen kamen damals zum Vortanzen. Er ging zurück nach Genf – und wartete. Dann, drei Wochen später, kam die Antwort. In Form eines Telegramms: »Jean-Jacques Defago. Centre de Dance Cannes. Offer contract letter follows. John Neumeier.« Er war überglücklich. Und Rosella Hightower sollte mit ihrer Aussage Recht behalten.

    Telegramm (19.12.1978)

    Ein Leben in Bewegung

    In Hamburg begann ein neues Kapitel. Und er wollte nie wieder weg. Die Arbeit mit John Neumeier war einzigartig – kreativ, fordernd, inspirierend. Er sagt selbst, dass er nie der Tänzer mit der makellosen Technik war. Bei seinem Vortanzen in Hamburg sei es ihm zum ersten Mal gelungen, die double tours nach links auszuführen. Aber er konnte Geschichten erzählen, Rollen verkörpern, Emotionen auf die Bühne bringen. Und das tat er – über Jahre hinweg – auf der Bühne der Hamburgischen Staatsoper und auf Tourneen weltweit. In seinen 21 Jahren als aktiver Tänzer kreierte John Neumeier mit ihm mehrere Solorollen in seinen Balletten, darunter in »Requiem« und »Matthäus-Passion«.

    »Requiem« (Premiere in Salzburg, 1991) / Anna Grabka und Jean-Jacques Defago © Holger Badekow

    Zu seinem Repertoire gehörten u. a. eine Hauptrolle in »Tristan« und Soli in »Magnificat« sowie in der »Dritten« und »Fünften Sinfonie von Gustav Mahler«. Er war auch in Balletten von Jerome Robbins, José Limón, Antony Tudor und George Balanchine zu sehen. In späteren Jahren tanzte er häufig noch als Bruder Lorenzo in »Romeo und Julia« oder als Herzog in »Die Kameliendame«.

    Probe von »Tristan« (Hamburg, 1985) / Choreografie: John Neumeier / Gigi Hyatt und Jean-Jacques Defago © Holger Badekow

    Mit Anfang 40 wurde es auf der Bühne etwas ruhiger für ihn. Und er fand langsam seinen Weg in andere Bereiche der Compagnie. Zunächst half er in der Presseabteilung aus. Als der damalige Pressesprecher plötzlich zur Metropolitan Opera wechselte – mitten in der Spielzeit – übernahm er kurzerhand dessen Aufgaben. Und das direkt vor einer wichtigen Paris-Tournee im Jahr 2000, bei der die Compagnie John Neumeiers Ballett »Illusionen – wie Schwanensee« im Théâtre du Châtelet tanzte. Er übersetzte Teile des Programmheftes ins Französische. Ganz selbstverständlich. Er musste Yves Saint Laurent in der Vorstellung begleiten und dann auf der Bühne (er kam gleich zweimal zur Vorstellung). Der Modeschöpfer wollte mit John Neumeier sprechen, er war begeistert von seiner Arbeit und interessiert an einer Zusammenarbeit, leider kam es nie dazu. Später wurde Saint Laurent krank und starb 2008. Doch allein die Vorstellung dieser Zusammenarbeit lässt noch heute etwas in Jean-Jacques leuchten.

    Ausschnitt aus einem Artikel in »Die Welt« (4.12.1998) über die Hamburg Theater online: Wie sich Hamburger Bühnen im Internet präsentieren © Die Welt

    Erster im Netz

    Ende der 90er-Jahre, das Internet steckte noch in den Kinderschuhen, hielt er zum ersten Mal ein Computer in den Händen. Und sah, dass das American Ballet Theatre eine eigene Website hatte. Kein Profi, keine Agentur hatte sie gestaltet, sondern eine Tänzerin der Compagnie. Er war fasziniert – und wollte das auch. Er lieh sich einen Computer, brachte sich HTML und Webdesign autodidaktisch bei. Was er aufbauen wollte, war mehr als eine Seite mit einer Telefonnummer für den Ticketverkauf. Er wollte mehr: Stückinformationen sammeln, Spielpläne, Biografien der Tänzer*innen und Hintergründe – ein echtes digitales Archiv. 1998 ging der erste Online-Auftritt des Hamburg Ballett live. Komplett selbst erstellt. Nicht programmiert im klassischen Sinn, aber gestaltet, strukturiert, organisiert – aus dem Nichts. Vorlagen oder Templates gab es nicht. Alles war damals noch Handarbeit. Nach etwa 15 Jahren entschied er sich, die Ballettseite mit der Website der Staatsoper zu integrieren. Der Aufwand wurde größer, der Pflegebedarf stieg. Auch visuell war der ursprüngliche Auftritt nicht mehr zeitgemäß. Die Fusion war der logische Schritt. Doch bis zum Sommer 2025 pflegt er die Eingabe der Daten und Informationen selbst.

    Erste Premiere mit dem Hamburg Ballett: »Songfest« (1979) / Choreografie: John Neumeier / Jean-Jacques Defago und Jean-Christophe Maillot © Holger Badekow

    »Ich bin einfach stur«, sagt er heute. Und meint das als eine seiner größten Stärken. Er sei ohne klassische Ausbildung und vom Alter her recht spät Tänzer geworden, und er habe ohne Vorkenntnisse eine professionelle Website aufgebaut. Was ihn dabei stets begleitet hat: ein Auge für das Visuelle. In Hamburg erlebte er die enge Zusammenarbeit zwischen John Neumeier und dem Designer Peter Schmidt – und lernte viel durch bloßes Beobachten. Warum machte Peter Schmidt etwas so und nicht anders? Dieses Gefühl für Gestaltung hat er sich im Laufe der Jahre angeeignet.

    »Matthäus-Passion« (vor dem Salzburger Dom, 1984) / Ivan Liska, John Neumeier und Jean-Jacques Defago © Schaffler

    Und jetzt, ein Leben im Dolce Vita? Nicht nur! Zum Zeitpunkt unseres Gesprächs ist er zwar gerade in Nervi, einem Stadtteil in Genau, wo gerade das Nervi International Ballet Festival stattfindet unter der neuen künstlerischen Leitung von Jacopo Bellussi – ehemaliger Erster Solist des Hamburg Ballett. Aber ein neues Projekt wartet schon: Die Pflege bzw. der Aufbau der Webseite der John Neumeier Stiftung. Dort finden sich bislang nur ein Werkverzeichnis mit Titeln und Jahreszahlen der über 170 Ballette des Choreografen. Er arbeitet daran, die Seite zu erweitern, mit Kontexten, Bildern und Hintergrundinformationen. Weil es wichtig ist und diese Arbeit ihm schon immer großen Spaß gemacht hat.

    Lieber Jean-Jacques, danke, dass du über 45 Jahre lang Teil des Hamburg Ballett warst, wir werden dich hier sehr vermissen!

    Nathalia Schmidt

  • Abschied von Ann Drower

    Abschied von Ann Drower

    Sie leitet nicht nur die Vorschulklassen, sondern ist als Ballettmeisterin der Ballettschule verantwortlich für die Einstudierung aller Partien, die von Ballettschüler*innen in den Vorstellungen des Hamburg Ballett übernommen werden. Die Rede ist von Ann Drower. Annie, wie sie von uns liebevoll genannt wird, ist die gute Seele der Ballettschule. Noch heute erinnere ich mich sehr gut an meine ersten Ballettstunden mit ihr. Durch rhythmische Übungen und Improvisationen hat sie mich und viele weitere Kinder behutsam in die Welt des Balletts eingeführt. Nach 44 Jahren verabschieden wir uns von Annie, die zum Ende dieser Saison in den wohlverdienten Ruhestand geht. Grund genug mit ihr ein letztes Interview zu führen und die schönsten Erinnerungen und Momente Revue passieren zu lassen:

    Liebe Annie, über 44 Jahre Berufserfahrung liegt hinter dir, beim Hamburg Ballett als Tänzerin und später als Ballettpädagogin für die Ballettschule. Was war das Bemerkenswerteste, das dir in dieser Zeit widerfahren ist?

    Annie Drower: Als ich als Tänzerin nach Hamburg kam, durfte ich als eine von acht Tänzerinnen in dem Ballett »Agon« von George Balanchine tanzen. Patricia Neary leitete damals die Einstudierung, ein tolles Erlebnis! Ich kam 1976 nach Hamburg; »Agon« stand in der Saison 1976/1977 auf dem Hamburger Spielplan. Es war also meine allererste Spielzeit beim Hamburg Ballett und dann durfte ich gleich bei einem so schwierigen Stück mittanzen! Die Musik von Igor Strawinsky, ihre Rhythmen, machten »Agon« so herausfordernd. Wir mussten unglaublich viel Zählen – Patricia war bei den Proben streng, sie hat nichts ausgelassen, aber nur so konnten wir George Balanchines wunderbares Ballett gut auf die Bühne bringen. Ich habe sehr viel von ihr gelernt!

    Später war ich eine von mehreren Tänzerinnen, die ein Solo in »Le Sacre« tanzen durfte, definitiv eines von meinen Lieblingsstücken von John Neumeier.

    Eine weitere besondere Rolle für mich ist die der Königin in John Neumeiers »Dornröschen«. Ich hatte ein Solo, das durch seine Fülle an Emotionen sehr intensiv und beeindruckend war. Die Königin hat zu Beginn des Balletts einen hysterischen Anfall, sie glaubt keine Kinder bekommen zu können. Und dann erblickt sie in einem Spiegel ihr Ebenbild: Es hält ein Kind im Arm. Und sie begreift die Bedeutung, sie wird endlich ein Kind bekommen.

    »Der Wechsel zwischen eher klassischen Rollen, Musical-Stilen und starken modernen Stücken wie ›Le Sacre‹ war für sie überhaupt kein Problem. Elegante Damen- und Königinnenrollen waren ihre Stärke, denn sie gab ihnen eine menschliche Dimension.«

    John Neumeier zum Abschied von Ann Drower, Ballett-Jahrbuch Saison 2019/2020

    Ich blicke auch gerne auf die Einstudierungen von John Neumeiers Balletten zurück, die ich leiten durfte: »Spring and Fall« in Kapstadt zum Beispiel. Ich habe der Compagnie das gesamte Stück beigebracht. Später kam Victor Hughes dazu, der die Einstudierung dann weiter betreut hat. Er hat dann auch die Einstudierung von »Le Sacre« übernommen. »Spring and Fall« habe ich später auch beim English National Ballet mit einstudieren dürfen. Und dann war ich auch an der Einstudierung von »Illusionen – wie Schwanensee« beim Bayerischen Staatsballett in München beteiligt …

    Einer der schönsten Momente, an den ich mich gerne zurückerinnere, ist der Tag, an dem John Neumeier mir anbot, mit den ganz jungen Schüler*innen der Vorschulklassen zu arbeiten. Gerne denke ich auch an die vielen Tourneen zurück – ich habe die Schüler*innen begleitet, die in John Neumeiers Balletten auftreten durften. Ich war mit ihnen mehrmals in Japan und Baden-Baden, in Genua, Paris, Costa Mesa und Cagliari, zuletzt in Venedig …

    Du bist an der Royal Ballet School in London ausgebildet. Wie bist du nach Hamburg und zu John Neumeier gekommen?

    Ich bin als Solistin nach Kiel gegangen, danach tanzte ich in Wuppertal, Krefeld und Hannover. In meiner Zeit in Hannover bin ich immer wieder nach Hamburg gefahren, um Vorstellungen zu besuchen. Dann habe ich vorgetanzt, ich wollte Teil dieser Compagnie werden.

    Warum Hamburg? Die Ballette waren toll. Als ich das erste Mal John Neumeiers »Dritte Sinfonie von Gustav Mahler« gesehen habe, war ich wie gebannt! Dieser Moment, wo sich der Vorhang öffnet und das gesamte Männerensemble auf der Bühne steht … dieser Moment ging mir unter die Haut und tut es immer noch!

    Wie kam es dazu, dass du die Seiten gewechselt und mit Pädagogik begonnen hast?

    Als ich mein erstes Kind bekam, habe ich kurz danach mit dem Tanzen aufgehört. Ich wollte schon immer Kinder unterrichten, und es war eine glückliche Fügung, dass John Neumeier mir die Position als Ballettpädagogin für die Vorschulklassen in seiner Ballettschule anbot.

    »Hier kam ihre Persönlichkeit wirklich zum Strahlen! Bei der Arbeit mit ihren Vorschulklassen A, B und C – zahlenmäßig die größten Klassen der Schule – konnte man ihren pädagogischen Instinkt bewundern. Sie war äußerst streng und gleichzeitig liebevoll im Umgang mit den Kindern – eine Art Mary Poppins«

    John Neumeier zum Abschied von Ann Drower, Ballett-Jahrbuch Saison 2019/2020

    Erinnerst du dich an deinen allerersten Arbeitstag als Ballettmeisterin?

    Ja, ich war wirklich sehr nervös. Die Ballettschule war damals noch im ehemaligen Bierpalast an der Dammtorstraße untergebracht. Jetzt steht dort das Cinemaxx. Meine allererste Schulklasse war nicht sehr groß, ich erinnere mich nicht genau, wie viele Kinder es gewesen sind. Uschi Ziegler, die damalige Organisatorische Leiterin der Ballettschule, hat mich an meinen ersten Arbeitstag aufgebaut; sie glaubte an mich und hat mir dabei geholfen die Nervosität in den Griff zu bekommen. Seit meinem ersten Tag als Ballettpädagogin wollte ich nichts Anderes mehr machen. Kinder sind schon immer meine Leidenschaft gewesen.

    In all den Jahren hast du so viele Kinder und Jugendliche auf ihrem Weg zum Tänzer begleitet. Hältst du Kontakt zu deinen »Schützlingen«?

    Oh ja, ich bin mit vielen von ihnen in Kontakt, sehr oft sogar. Ich finde es schön zu wissen, dass es ihnen gut geht und dass sie glücklich sind, wohin auch immer es sie verschlagen hat.

    Ann Drower, John Neumeier und Ballettpädagog*innen bedanken sich nach einem Auftritt bei den Schüler*innen © Kiran West

    Was macht deiner Meinung nach einen guten Ballettpädagogen aus?

    In den Vorschulklassen sollte man den Kindern Freude am Tanzen vermitteln, aber auch Disziplin. Eine gewisse Strenge ist erforderlich. Man sollte dabei aber immer liebevoll sein. Das Wichtigste ist, dass die Kinder niemals die Lust am Tanzen verlieren.

    »Ann Drower hat ein tolles musikalisches und vor allem rhythmisches Feingefühl. Damit konnte sie selbst ganz junge Schüler wie durch ein Wunder zu mathematisch komplizierten rhythmischen Excercisen motivieren. Trotz der Genauigkeit der Bewegungen spürte man jederzeit bei diesen Schülern eine wahnsinnige Freude an dem, was sie machen.«

    John Neumeier zum Abschied von Ann Drower, Ballett-Jahrbuch Saison 2019/2020

    Welche Voraussetzungen sollte man für das Ballett mitbringen?

    Die Kinder sollten musikalisch, rhythmisch und dehnbar sein, dabei auch eine tänzerische Qualität haben. Bei einer Aufnahmeprüfung wird darauf geachtet, ob die Kinder auch die körperlichen Voraussetzungen für eine professionelle Tanzkarriere mitbringen.

    Du leitest die ganz »Kleinen« in den Vorschulklassen und betreust gleichzeitig die ganz »Großen« der Ballettschule – mit ihnen studierst du all die Partien ein, die von den Schülern*innen in den Vorstellungen des Hamburg Ballett übernommen werden. Was waren die größten Herausforderungen?

    Das ist schwer zu beantworten. Jeder Auftritt ist eine Herausforderung! Bei jedem Auftritt stehe ich hinter der Bühne, manchmal bin ich nervöser als meine Schüler*innen. Wenn zum Beispiel ein Schüler aus der Abschlussklasse kurzfristig und fast ohne Proben für jemanden aus der Compagnie einspringen muss, dann ist das für mich eine echte Nervenpartie!

    Auftritt der Ballettschule bei der Benefizgala Intermezzo IX © Kiran West


    Eine große Herausforderung war der Auftritt während der Intermezzo-Gala IX, die 2017 in einem echten Zirkuszelt in Hamburg-Bahrenfeld stattfand. Passend zum Motto »Ein Winterzirkus« haben wir mit Schüler*innen der Ballettschule u. a. den Ersten und Vierten Satz von »Eine Reise durch die Jahreszeiten« einstudiert. Die Auf- und Abgänge zur Bühne waren meilenweit weg; ich musste also den Kindern sagen, dass sie sich wesentlich früher für ihren Auftritt bereitmachen mussten. Es gab auch keine Kulissen, hinter denen sie vor ihrem Auftritt warten konnten; sie mussten an den Seitengängen stehen, inmitten des Publikums, das rund um die Bühne verteilt an gedeckten Tischen saß. Am Ende hat alles wunderbar geklappt und es hat allen Beteiligten großen Spaß gemacht.

    2019/2020 war für dich die letzte Spielzeit. Was war für dich in den letzten beiden Spielzeiten am Intensivsten?

    John Neumeiers 80. Geburtstag: Gigi Hyatt, die Pädagogische Leiterin der Ballettschule, hat für ihn gemeinsam mit allen Ballettpädagog*innen eine wunderbare Collage mit Ausschnitten aus Balletten von John Neumeier zusammengestellt, »80 Tänze für 80 Jahre«. Die gesamte Ballettschule war daran beteiligt! Wir haben das Stück in Petipa, dem größten Ballettsaal im Ballettzentrum, aufgeführt. John Neumeier saß im Publikum. Wenn die kleinen Kinder gerade mal nicht tanzten, mussten sie ganz still und gerade an beiden Seiten des Ballettsaals sitzen – eine große Herausforderung für uns alle!

    »80 Tänze für 80 Jahre«. An der Seite warten die Kinder auf ihren Auftritt © Kiran West

    Dann die Arbeit an meiner letzten Weihnachtsvorstellung hier im Ballettzentrum. Ich habe ein Stück für meine drei Vorschulklassen choreografiert. Über 60 Kinder waren es – das war eine sehr schöne Zeit!

    Der Abschied von dir ist für uns alle schwer. Für mich – und ich spreche sicherlich auch für alle anderen – gehörst du zur Ballettschule des Hamburg Ballett einfach dazu. Wie fühlst du dich?

    Eigentlich weiß ich noch nicht richtig, wie es sich anfühlt. Streng genommen hatte ich noch keinen wirklichen Abschied. Aufgrund des Shutdowns, hörte die Saison von einem Moment auf den nächsten einfach auf. Plötzlich durften alle nicht mehr ins Ballettzentrum. Ich werde alles hier sehr vermissen und die Menschen, mit denen ich zusammengearbeitet habe.

    Hast du Pläne für die Zukunft?

    Konkrete Pläne habe ich noch nicht. Ich werde mir zunächst einen kleinen Hund anschaffen! Und viele meiner alten Freunde und Bekannte wiedersehen. Durch meine Arbeit fehlte mir oft die Zeit dazu.

    Vielen Dank für das Interview, liebe Annie, und alles Gute für die Zukunft!

    Nathalia Schmidt

    Fotonachweise: Aufmacherfoto © Kiran West / Foto 1 und 2 (Schwarz-Weiß-Aufnahmen) © Dr. Joachim Flügel

  • Steckbrief: Aleix Martínez

    Steckbrief: Aleix Martínez


    Im »Steckbrief« stellen sich unsere Tänzerinnen und Tänzer vor, hier kommt Aleix Martínez.

    Name: Aleix Martínez
    Geburtsdatum und -ort:  17.05.92 in Barcelona. Spanier
    Engagement: Hamburg Ballett seit 2010, Solist ab 2014

    Lieblingsfarbe: Grün
    Lieblingsfilm: »Samsara«, eine Filmdokumentation von Ron Fricke über unsere Existenz als Menschen.
    Lieblingssong: Schwierig zu beantworten. Es hängt vom Moment ab … ich mag Musik sehr; dank meines Vaters war ich schon in jungen Jahren von Musik umgeben.

    Wenn ich kein Tänzer wäre, wäre ich …
    Ich glaube, ich wäre ein Philosoph, obwohl ich einen großen Teil von dem, der ich bin, durch Kreativität gefunden habe. Die größte Inspiration für das Eintauchen in ein neues (choreografisches) Konzept sind Fragen; Fragen, auf die ich keine Antwort habe, durch die aber Inspirationen entstehen, die später im kreativen Prozess dem Raum und den Körpern, mit denen ich arbeite, eine visuelle Form geben.

    Aleix Martínez bei der Kreation von »Shakespeare – Sonette« © Kiran West

    Wie und womit verbringst du deine Zeit in Quarantäne? / Dein Corona DIY-Tipp?
    Ich glaube nicht, dass es einen Tipp gibt, dem man folgen kann … jeder ist anders und hat unterschiedliche Bedürfnisse. In meinem Fall habe ich mir die Zeit genommen, die Beziehung zu dem Raum, in dem ich lebe, zu reflektieren und vielleicht ein wenig besser zu verstehen. Ich beobachte gerne …

    Dies oder Das …

    Comedy oder Drama?
    Beides. In meiner letzten Kreation zum Beispiel, »Shakespeare – Sonette«, nutze ich auch komische, heitere Elemente, die aber immer wieder von Tragik durchbrochen werden.

    Bücher oder Filme?
    Bücher.

    Zuhören oder Sprechen?
    Zuhören.

    Frühaufsteher oder Nachteule?
    Nachteule.

    Sommer oder Winter?
    Frühling!

    Berge oder Strand?
    Strand.

    Familie oder Freunde?
    Familie. Für mich sind meine engen Freunde auch ein Teil der Familie.

    Tee oder Kaffee?
    Kaffee.

    Kochen oder Bestellen?
    Kommt darauf an …

    Alster oder Elbe?
    Die Elbe atmet weite Welt.

    Nathalia Schmidt

  • Steckbrief: Marc Jubete

    Steckbrief: Marc Jubete



    Im »Steckbrief« stellen sich unsere Tänzerinnen und Tänzer vor, hier kommt Marc Jubete.

    Name: Marc Jubete 
    Geburtsdatum und -ort:  25.12.89 in Reus. Spanier
    Engagement: Hamburg Ballett seit 2011, Solist ab 2016

    Lieblingsfarbe: Alle Farben gleichzeitig in kleinen Punkten, dunkelgrün und burgunderrot.
    Lieblingsfilm: »Captain Fantastic«, »Patch Adams«, »Free Willy«.
    Lieblingssong: »El Venao« (alle Lieder von Ramón Orlando), »Ocean« (John Butler), »Don’t worry Be happy« (Bobby McFerrin), »Orphée et Eurydice: Quel nouveau ciel« (C.W. Gluck), »Fratres« (Arvo Pärt)

    Wenn ich kein Tänzer wäre, wäre ich …
    Ich mag Sport in der Natur, Tiere, Musik, Anderen zu helfen … Mir ist es wichtig meinen Beruf mit einer Leidenschaft zu verbinden. Also würde ich mich in einem oder allen dieser Bereiche fortbilden.

    Aber ich muss sagen, dass in jedem ein Tänzer steckt – also wäre ich immer noch ein Tänzer.

    Wie und womit verbringst du deine Zeit in Quarantäne? / Dein Corona DIY-Tipp?
    Die Umstände ändern sich in unserem Leben ständig. Ich versuche deshalb, nicht zu abhängig von ihnen zu sein sowie lebendig und neugierig zu bleiben. So bin ich bereit, Probleme zu überwinden und mit ihnen zu leben. Es ist alles ein Gleichgewicht zwischen Schöpfung und Zerstörung.

    Ich verbringe meine Zeit damit, nach dem zu suchen, was mich inspiriert.

    Ein DIY-Tipp: »Wenn du deine Träume leben möchtest, musst du zuerst mit dem Träumen beginnen.« – das ist ein Zitat aus einem Txarango-Lied. Lass dich von deiner Fantasie, Kreativität und deinem Herzen auf unbekannte Wege führen. Du kannst dich ausruhen, wenn du weißt, dass du in Sicherheit bist. Und teile mit anderen! Es ist so wie die Sauerstoffmasken im Flugzeug: Hilf dir selbst, bevor du anderen hilfst. Pass also auf dich auf, aber hilf dann anderen. Vergiss den letzten Teil nicht 😉

    Warum liebst du als Tänzer und Künstler Choreografie und investierst so viel von dir in deine Arbeit?
    Wenn mir jemand den »DIY-Tipp« geben würde, den ich dir gerade gegeben habe, würde mir sofort Tanz und die Choreografie in den Sinn kommen. Denn ich fühle mich durch Tanz lebendig und habe die Möglichkeit, dadurch andere dazu zu bringen, sich auf ihre eigene Weise lebendig zu fühlen. Das gelingt, indem ich durch Tanz Selbst- und Sozialkritik wecke und zugleich daran erinnere, dass wir emotionale und spirituelle Wesen sind.
    Ich glaube, dass diese beiden Schritte in jeder menschlichen Handlung vorhanden sein sollten, damit wir uns immer wieder zu einem »besseren Wir« entwickeln können. So verhindern wir in die Fänge von zum Beispiel Diktatur oder Kapitalismus zu geraten.

    Marc Jubete kreiert mit Yaiza Coll und Marcelino Libao »Shakespeare – Sonette« © Kiran West

    Ich bin süchtig nach Choreografieren! Aber ich habe noch nie und werde auch niemals in Tanz »investieren«, denn eine Investition fordert immer eine Belohnung als letzte Erwartung. Stattdessen widme ich mich dem Tanz so stark, wie es mein Herz mir sagt. Eine »Belohnung« ist nur dann nützlich, wenn sie im Inneren passiert. Tanz ist für mich nicht meine Arbeit, sondern eine Art der Kommunikation – mit mir selbst und mit anderen.

    Ich liebe Tanz, weil ich mich von seiner Schönheit ernähre. Ich liebe Choreografie, weil ich wie der Stein, der ins Wasser fällt, gleichzeitig der Stein und das Wasser sein kann.

    Dies oder Das …

    Comedy oder Drama?
    Drama.

    Bücher oder Filme?
    Beides.

    Zuhören oder Sprechen?
    Zuhören.

    Frühaufsteher oder Nachteule?
    Nachteule.

    Sommer oder Winter?
    Sommer.

    Berge oder Meer?
    Beides.

    Familie oder Freunde?
    Familie.

    Tee oder Kaffee?
    Kaffee.

    Kochen oder Bestellen?
    Kochen.

    Alster oder Elbe?
    Beides.

    Nathalia Schmidt

  • Steckbrief: Jacopo Bellussi

    Steckbrief: Jacopo Bellussi


    Im »Steckbrief« stellen sich unsere Tänzerinnen und Tänzer vor, hier kommt Jacopo Bellussi.

    Name: Jacopo Bellussi
    Geburtsdatum und -ort:  27.3.93 in Genua. Italiener
    Engagement: Hamburg Ballett seit 2012, Solist ab 2017, Erster Solist ab 2019

    Lieblingsfarbe: Blau
    Lieblingsfilm: »Das Leben ist schön« von Roberto Benigni  
    Lieblingssong: Alle Songs von Fabrizio De André oder Francesco De Gregori  

    Wenn ich kein Tänzer wäre, wäre ich …
    Wenn ich kein Tänzer wäre, hätte ich gerne Jura studiert und wäre vielleicht Anwalt oder Richter geworden. Es war ein Traum, den ich hatte, noch bevor ich Tänzer werden wollte.

    Jacopo Bellussi und Madoka Sugai proben »Hamlet« © Kiran West

    Wie und womit verbringst du deine Zeit in Quarantäne? / Dein Corona DIY-Tipp?
    Die gesamte Quarantänezeit war ziemlich schwierig, da ich einen Großteil der Zeit in Italien feststeckte. Ich war in meinen Ferien zu Hause, als alles begann und die Situation dort besonders kritisch wurde. Glücklicherweise konnte ich viel Zeit mit meiner Familie verbringen und mich noch mehr mit ihnen verbinden.

    Ich durfte auch zum ersten Mal seit 14 Jahren meinen Geburtstag zu Hause verbringen, was für mich etwas ganz Besonderes war. Zu guter Letzt war es ein wahrer Genuss, mit meinem Lehrer in meiner alten Schule privat für Ballett und Pilates trainieren zu können. Das hat mir geholfen körperlich als auch geistig in Form zu bleiben. Jetzt, wo ich in Hamburg bin, mache ich weiterhin jeden Morgen seinen Pilates-Kurs via Zoom.

    Jacopo Bellussi und Xue Lin in »Anna Karenina« © Kiran West

    Welche Rolle hat dich am meisten herausgefordert und wie?
    Ich würde Alexej Wronski in »Anna Karenina« sagen. Vielleicht ist es technisch gesehen nicht die schwierigste Rolle, aber es ist voller unterschiedlicher Farben. Um sie gut darzustellen und glaubwürdig zu machen, erfordert es viel innere Forschung. Auch die Tatsache, dass ich diese Rolle sehr schnell lernen musste, machte sie zu einer persönlichen Herausforderung. Als ich Wronski in der letzten Saison zum ersten Mal tanzen durfte, hatte ich mit meiner Anna (Xue Lin) nur sechs Tage, um zu proben, da ich für diese Rolle zunächst nicht vorgesehen war. Es war eine sehr kurze Probenzeit, die wahnsinnig intensiv und so schön war, dass ich persönlich daran gewachsen bin.

    Dies oder Das …

    Comedy oder Drama?
    Drama.

    Bücher oder Filme?
    Filme.

    Zuhören oder Sprechen?
    Zuhören.

    Frühaufsteher oder Nachteule?
    Frühaufsteher.

    Sommer oder Winter?
    Sommer.

    Berge oder Meer?
    Meer.

    Familie oder Freunde?
    Familie.

    Tee oder Kaffee?
    Kaffee.

    Kochen oder Bestellen?
    Kochen.

    Alster oder Elbe?
    Alster.

    Nathalia Schmidt

  • Steckbrief: Edvin Revazov

    Steckbrief: Edvin Revazov

    Im »Steckbrief« stellen sich unsere Tänzerinnen und Tänzer vor, hier kommt Edvin Revazov.

    Name: Edvin Revazov
    Geburtsdatum und -ort: 30.12.83 in Sevastopol. Ukrainer.
    Engagement: Hamburg Ballett seit 2003, Solist ab 2007, Erster Solist ab 2010

    Lieblingsfarbe: Marineblau
    Lieblingsfilm:
    »Andrej Rubljow« von Andrei Tarkowski
    Lieblingssong:
    Es gibt so viele wundervolle Künstler, da ist es schwer nur einen auszuwählen.

    Wenn ich kein Tänzer wäre, wäre ich …
    … Architekt; auch wenn mir die Vorstellung kein Tänzer zu sein sehr schwer fällt, denn ich habe im Alter von dreieinhalb Jahren damit angefangen. An der Architektur fasziniert mich die Balance zwischen emotional-visueller Kunst und präziser Wissenschaft.

    Wie und womit verbringst du deine Zeit in Quarantäne? / Dein Corona DIY-Tipp?
    Im Allgemeinen versuche ich physisch aktiv zu bleiben. Ballett- und Kraft- bzw. Ausdauertraining gehören zu meiner täglichen Routine. Mit Anna [Laudere] und unserem Hund Zickzack entdecke ich neue, ruhige Orte. Ich spreche mit meiner großen Familie oder repariere mit Sashas [Alexandr Trusch] Hilfe meinen 1966 Mustang.

    Edvin Revazov bei der Kreation von »Shakespeare – Sonette« © Kiran West

    Du bist auch immer wieder als Choreograf tätig. Woher holst du dir die Inspiration?
    Das hängt vom Thema ab. Inspiration ist nichts, das man bekommt, wenn man sitzt, wartet und hofft, dass es einem im erwünschten Moment in den Schoß fällt – diesen Luxus erfährt man selten. Inspiration ist Arbeit. Für mich ist es das Wichtigste Atmosphäre zu kreieren. Dabei geht es oft um eine Art, wie etwas physisch umgesetzt wird. Als ich zum Beispiel »zozula« kreiert habe, habe ich mich von Vögeln inspirieren lassen. Also waren alle Bewegungen so kreiert, wie kleine Vögel aussehen: so tief wie möglich auf dem Boden, die bestimmte Art, wie sie ihre Köpfe bewegen, ihre Schlichtheit, aber auch wie merkwürdig sie in unseren Augen manchmal aussehen.

    Und natürlich habe ich viel Glück mit John Neumeier einen unglaublichen Choreografen seit Jahren dabei beobachten zu können, wie seine Ballette geboren werden! Von ihm versuche ich so viel zu lernen wie ich nur kann!

    Dies oder Das …

    Comedy oder Drama?
    Beides.

    Bücher oder Filme?
    Sowohl als auch.

    Zuhören oder Sprechen?
    Weder noch 🙂 Nun, ich bin eher introvertiert, daher macht mir jede Form der Kommunikation Mühe.

    Frühaufsteher oder Nachteule?
    Nachteule.

    Sommer oder Winter?
    Frühling.

    Berge oder Meer?
    Beides. Ich bin auf der Krim aufgewachsen, wo wir Berge haben, die direkt am Strand sind.

    Familie oder Freunde?
    Familie.

    Tee oder Kaffee?
    Kaffee und Tee.

    Kochen oder Bestellen?
    Selbstgekochtes Essen von meiner Frau.

    Alster oder Elbe?
    Elbe.

    Lisa Zillessen

  • Steckbrief: Félix Paquet

    Steckbrief: Félix Paquet

    Im »Steckbrief« stellen sich unsere Tänzerinnen und Tänzer vor, hier kommt Félix Paquet.

    Name: Félix Paquet
    Geburtsdatum und -ort: 25.05.94 in Québec. Kanadier
    Engagement: Hamburg Ballett als Solist ab 2019. Zuvor The National Ballet of Canada ab 2012, Solist ab 2017

    Lieblingsfarbe: Beige, Pink, Blautöne
    Lieblingsfilme | -serien: »Lion«, »Die fabelhafte Welt der Amélie«, »Ponyo – Das große Abenteuer am Meer«, »Mamma Mia« | »Killing Eve«, »Fleabag«, »Sex and the City«, »Broad City«, »Grace and Frankie«
    Lieblingslied: Zur Zeit mag ich Arum Rae sehr gerne; auch Bon Iver und Billie Eilish. Bossa Nova ist immer schön.

    Wenn ich kein Tänzer wäre, wäre ich …
    … tätig im Bereich Design, Pflanzen oder Gärten, denn ich liebe es gezielt Ambiente im Raum zu kreieren. Vielleicht würde ich eine alte Villa in Südeuropa herrichten und sie für Events vermieten.

    Félix Paquet in einer Kreationsprobe von »Die Glasmenagerie« © Kiran West

    Wie und womit verbringst du deine Zeit in Quarantäne? / Dein Corona DIY-Tipp?
    Ich schaue all die Filme und Serien, die ich immer sehen wollte, aber nie die Zeit dazu gefunden habe. Ich nehme mir Zeit für meine Freunde und Familie und sitze gerne am See.

    Félix Paquet, Christopher Evans und John Neumeier bei der Kreation von »Die Glasmenagerie« © Kiran West

    Tom Wingfield in »Die Glasmenagerie« war die erste Rolle, die du mit John Neumeier und dem Hamburg Ballett kreiert hast. Welcher war für dich der Schlüsselmoment in diesem Prozess?
    Jeder Tag, an dem ich mit John kreiert habe, war inspirierend. Schlüssel waren die Freiheiten, die er uns jeden Tag gegeben hat und die Gespräche über das Stück und die Geschichte zwischen uns Tänzern und John. Ich bin für immer dankbar, dass ich Teil dieser für ihn sehr persönlichen Kreation gewesen bin!

    Dies oder Das …

    Comedy oder Drama?
    Drama.

    Bücher oder Filme?
    Filme.

    Zuhören oder Sprechen?
    Zuhören.

    Frühaufsteher oder Nachteule?
    Frühaufsteher.

    Sommer oder Winter?
    Ich diskriminiere nicht. Ich liebe beides 😉

    Berge oder Meer?
    Berge am Meer.

    Familie oder Freunde?
    Beides.

    Tee oder Kaffee?
    Kaffee.

    Kochen oder Bestellen?
    Kochen.

    Alster oder Elbe?
    Elbe.

    Lisa Zillessen

  • Steckbrief: Leslie Heylmann

    Steckbrief: Leslie Heylmann


    Im »Steckbrief« stellen sich unsere Tänzerinnen und Tänzer vor, hier kommt Leslie Heylmann.

    Name: Leslie Heylmann
    Geburtsort: Sao Leopoldo. Brasilianerin/Deutsche
    Engagement: Hamburg Ballett seit 2008, Solistin ab 2011, Erste Solistin ab 2012. Zuvor Dresden Semperoper Ballett

    Lieblingsfarbe: Türkis
    Lieblingsfilm: »Schindlers Liste«
    Lieblingssong: »Hold on« von Michael Bublé

    Wenn ich keine Tänzerin wäre, wäre ich …
    … Pilotin!

    Leslie Heylmann mit Konstantin Tselikov in »Liliom« © Kiran West

    Wie und womit verbringst du deine Zeit in Quarantäne? / Dein Corona DIY-Tipp?
    Ich habe eine 23-monatige alte Tochter, die mein Ein und Alles ist! ? Ich würde sagen, dass ich meine Zeit in Quarantäne größtenteils mit ihr verbringe. Ich kann zusehen, wie schnell sie sich entwickelt zu einem kleinen großen Menschen.

    Ansonsten bin ich viel an der frischen Luft, fahre Fahrrad, lese (Kinder-)Bücher und versuche das Beste aus dieser Situation zu machen.

    Tanz ist eine Kunst mit großen Emotionen. Bemerkst du eine Veränderung im tänzerischen Ausdruck bei dir selbst, nachdem du Mutter geworden bist?
    Ja, klar! Das »Muttersein« verändert einen Menschen grundsätzlich. Ich glaube, dass dieses kleine Wesen, das dein Leben auf dem Kopf stellt, dir so viel beibringt wie noch nie zuvor! Du lernst jemanden auf eine ganz andere Art und Weise lieben, mehr als dich selbst.

    Als es für mich dann Zeit war nach der Geburt wieder auf der Bühne zu stehen, habe ich alles viel intensiver erlebt! Eine andere Facette von Liebe zu erfahren ist sehr bereichernd.

    Seit die Lütte da ist, tanze ich vor allem für sie ❤️

    Auf eine einsame Insel würde ich diese drei Dinge mitnehmen…
    Mein Mann und Kind, einen Sonnenschirm und Schokolade 🙂

    Dies oder Das …

    Comedy oder Drama?
    Comedy.

    Bücher oder Filme?
    Bücher.

    Zuhören oder Sprechen?
    Wahrscheinlich sprechen.

    Frühaufsteher oder Nachteule?
    Beides, mit Kleinkind …

    Sommer oder Winter?
    Definitiv Sommer.

    Berge oder Meer?
    Eher das Meer, obwohl ich auch die Berge liebe!!!

    Familie oder Freunde?
    Familie.

    Tee oder Kaffee?
    Kaffee.

    Kochen oder Bestellen?
    Meistens kochen, aber ich habe nichts gegen leckeres bestelltes Sushi ab und zu!

    Alster oder Elbe?
    Alster.

    Nathalia Schmidt